Germany’s next Dschungel-Model

Jochen: „Heidi Klum hat nen lockeren Lebenswandel. Das muss man einfach so sagen.“

Advertisements

Wir sind Gott

Tag 13 im Dschungelcamp. Der Tag, an dem Winfried völlig aus dem Rahmen fällt. Er schlägt Larissa , als sie ihre Hand (im Reflex, nach Berührung eines Krokodilfußes) an seinem Hemd abwischt.

Tag 13 im Dschungelcamp. Der Tag, an dem Winfried kleine Mädchen veralbert und vielleicht sogar witzig sein will. Er erzählt Larissa und Gabby, dass die Petroliumleuchten im Camp ferngesteuert seien, von denen vom RTL da. Reaktion Daniel: „Winfried. Wir sind Gott.“

Tag 13 im Dschungelcamp. Der Tag, an dem Winfried erstaunliche Weitsicht beweist, was das Ende dieser doch langsam recht unwürdigen Veranstaltung betrifft. So sagt er über Larissa: „Sie ist die Königin und ich bin dann der Hofnarr.“

Das Ende ist nah. Amen.

 

 

Die letzte Moskito

Darüber, dass es in unserem Kulturkreis normal ist, KEINE lebenden Mehlwürmer, Skorpione, Schafshirne und Buschhirsch-Penisse  zu essen, müssen wir an dieser Stelle nicht reden. Bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gehört das Verschlingen solcher Delikatessen aber zum guten Ton, und wer da nicht mitmacht ist doof. So wie Marco, der es bei der Dschungelprüfung partout nicht schafft, irgendetwas vom Ekel-Essen zu vernaschen und seine Mitstreiterin Melanie ganz schön alleine lässt. Ergebnis: Nur ein Stern. Und somit kaum Essen für die Insassen.

Rausgewählt wird der wollbemützte Arzt mit Ösi-Schmäh trotzdem nicht. Aber seine Camp-Kumpanin Gabby, von deren niedlich-quirligem Monchhichi-Charme nach zwölf Tagen Camp nichts mehr übrig ist. Stattdessen gesellt sie sich in die Reihe fieser Larissa-Lästerer (Winfried! Jochen! Marco!), die über Larissa herziehen, auch wenn sie direkt daneben steht. Als Gabby Marco dann auch noch verschwörerisch zuraunt, dass sie bestimmt nicht rausfliegen werde, ist klar, dass sie an diesem Abend gehen muss. Denn: Wer fies lästert und Höhe bekommt, wird von den Zuschauern abgestraft. Das weiß man nach zehn Jahren Dschungelcamp nun wirklich!

Wer wiederum bettelt, das Camp verlassen zu dürfen (aber auf keinen Fall den berühmten „Ich will hier raus!“-Satz schreien will, sondern auf das Zuschauer-Voting vertraut), der schmort bis in alle Ewigkeit. So wie Tanja. (Gestern übrigens ohne OP-Hemdchen, dafür mit stumpf-ungläubigem Blick, als Gabby das Camp verlässt.)

Larissa sagt dann noch den schönen Satz „I bin die letzte Moskito“ und der Zuschauer bleibt mit dem seltsamen Gefühl zurück, dass diese Frau im Camp zu den Normalen gehört …

Das wahre Gesicht

Während sich Milliarden Menschen in Deutschland den Kopf darüber zerbrechen, wer im Dschungelcamp nun, nach elf zermürbenden Tagen in der Wildnis, endlich sein wahres Gesicht zeigt, müsste die Frage doch vielmehr lauten: Wer hat überhaupt noch ein wahres Gesicht? Oder wer hat das (zusammen mit seinen ehemaligen Brüsten/seinen ollen Tränensäcken etc.) beim Schönheitschirurgen gelassen?

Antworten kriegen wir nicht, dafür ist Larissa weiter fallsüchtig, Winfried memmenhaft, Jochen besserwisserisch und eine Kakerlake vom rechten Weg abgekommen – und direkt in Jochens Unterhose gewandert. Autsch!

 

 

Mägen wie Tränensäcke

Vorwort: Der Schneemann trägt Hut und und ich gucke wieder Dschungelcamp. Dort zeigt ein Blick in die leeren Hungeraugen der Insassen: Viel Futter gibt es grade nicht. Dafür  Gespräche über Schönheitsoperationen, was Daniel Hartwich zu dem schönen Satz inspiriert: „Die Mägen im Camp hängen so tief wie die Tränensäcke von Winfried früher.“ Nachdem Marco durch klaustrophobisch enge Glaskästen mit Getier und Wasser krabbeln muss, lesen sich die Camper die Briefe ihrer Liebsten von außerhalb des Dschungels vor und deren schmalzige Banalität wirft die Frage auf, ob die nicht von RTL-Praktikanten im Vollsuff verfasst wurden. Außerdem fragt man sich, ob Tanja in ihrem OP-Hemdchen irgendwo ausgebrochen ist und warum sie immer noch im Camp weilt, während der realitätsentrückt-unterhaltsame Mola das Feld räumen muss. Interessant: Er schiebt die Schuld für sein Scheitern nicht auf Larissa.

Noch einmal mit Gefühl

Und täglich grüßt … der Mola. Dank unseres sympathischen Viva-Veteranen verläuft Tag 8 im Dschungelcamp beinahe identisch wie Tag 7. Mola muss wieder mit Larissa in die Prüfung und wirkt erneut fahrig, hysterisch, herablassend. Neu: Er bricht vorzeitig ab. Wie gehabt: Er schiebt es auf Larissa und jammert, jammert, jammert. Bevor man jetzt vor Langeweile auf dem Sofa einpennt, erzählt Gabby was vom Playboy-Shooting, ihrem Ex Sido und … hab ich vergessen. Dann wird Corinna Drews (wer?) noch rausgewählt und das war’s. Gute Nacht.

Ein schmaler Grat

Oh, du schmaler Grat zwischen Wahnsinn und Vernunft! Während Larissa mit ihrem irren Geplapper bereits jenseits von Gut und Böse und Mola mit seiner ruhigen Art und halbgarer Küchenpsychologie wenigstens einigermaßen normal zu sein schien, wendet sich das Blatt am siebten Tag im Dschungel (ob mit Hilfe der schlauen RTL-Autoren oder ohne – who cares?). Bei ihrer gemeinsamen Dschungelprüfung zeigte Larissa Größe. Und Mola stürzte ungebremst in menschliche Abgründe.

Erstmal aber geht’s für beide hoch hinaus. Weit über den Gipfel der Baumkronen sind Bretter angebracht, über die der höhenverängstigte Mola die arme Larissa zu Sternen leiten muss, die sie abreißen und ihm dann zuwerfen soll. Zusätzliche Schwierigkeit: Larissa sind die Augen verbunden. „Geradeaus. Hopphopphopp. Larissa. Ruhigruhigruhig“, brüllt der aufgeregte Mola unentwegt und ist damit keine Hilfe für die erstaunlich gelassene Larissa. „Schrei nicht so mit mir,“ erklärt sie nur, während Duracell-Mola weiterbrüllt, weitgehend auf wirklich hilfreiche Kommentare verzichtet und Larissa – die ja ohnehin schon den viel schwierigeren Part übernommen hat – alles selber stemmen muss. Dennoch: Am Ende sind es acht Sterne für Larissa und ihren überforderten Mitstreiter.

Richtig wüst wird es aber erst nach der Prüfung. Bei der Rückkehr ins Camp legt Mola eine seltsame (oder bösartige?) Wahrnehmung der Realität an den Tag. „Ich habe alle Sterne bekommen“, sagt er allen Ernstes und erklärt, Larissa habe „einfach“ einen fallen lassen. Die erkämpften Sterne seien natürlich nur sein Verdienst, weil er eben wisse, wie man mit hysterischen Frauen umzugehen habe. „Du musst halt wirklich draufbleiben. Fokussiert. Ansage, Ansage, Ansage. Dann ist sie auch dabei.“

Die „neue“ Larissa hüllt sich ob der verbalen Entgleisungen ihres Mitstreiters in Schweigen. Bemerkenswert …

Hörenswert, Teil 2

Wer Kinder hat, weiß: Verkitschte, verblödende, musicaleske, mit Zuckerguss übergossene Musik für die Kleinsten gibt es mehr als genug. Es gibt aber auch Viktoria Mellmann. Ihre CD „Du bist ein Wunder. Meine Traum- und Schlaflieder“ hört man voller Freude weiter, auch wenn die Mäuse schon eingeschlummert sind. Weil die Lieder so kunstvoll und klug komponiert sind, weil die Stimme von Viktoria Mellmann so klar und unaufdringlich ist und weil sie uns mit leisen Tönen mitnimmt auf eine große Reise. Ganz ohne Kitsch und Pathos – aber mit viel Liebe. Tolle Frau, tolle Musik. Reinhören und traumwandeln …

Bild