Mission: Impossible

Die wunderbare Meret Becker! Der anbetungswürdige Mark Waschke! Die holen jetzt endlich die heilige Kuh der deutschen Fernsehunterhaltung vom Eis – dachte ich in meiner unendlichen Naivität, als Becker und Waschke als neues Berliner Tatort-Team vorgestellt wurden.

Nach dem gestrigen Glotzen des Tatorts muss ich nun leider feststellen: falsch gedacht. (Merke: Schauspieler können nix retten, wenn Regie, Dramaturgie, Drehbuch usw. misslungen sind.) Obwohl die Becker sich so herrlich durch eine verkommen-abgerockte Hauptstadt berlinert, und wenigstens ein klitzekleines bisschen längst verloren geglaubtes Lokalkolorit in dieses Format zurückbringt.

Aber brauchen wir wirklich noch eine unglückliche Kommissarin, die mit den zwei halbwüchsigen Jungs überfordert ist und ihren Mann aus dem Haus treibt, weil sie es – man verzeihe mir dieses plumpe Wortspiel – mit einem Kollegen auf dem Tisch treibt (und zwar so unappetitlich, dass ich eigentlich sofort ausschalten wollte. Oder macht man das heute so? Ich möchte das nicht!).

Und brauchen wir wirklich noch einen Neuen im Kripo-Team, der ein dunkles Geheimnis hat und sich völlig soziopathisch und daneben benimmt und … zzzzzzz … huch, jetzt bin ich doch glatt für einen Moment eingeschlafen.

Und brauchen wir wirklich noch mehr blutige Badewannenszenen und klischeehafte Figuren (unauthentisch schwäbelnder, rassistischer Vermieter … hallo? Geht’s noch?) und bescheuerte, völlig unspannende Plots und und und … ich sag’s jetzt einfach: Brauchen wir ihn wirklich noch, den Tatort? Klar, viele Millionen Menschen gucken zu. Aber viele Millonen Menschen kaufen auch Helene-Fischer-Platten. Das kann also nicht das Argument sein! Besonders nicht im Ersten, das sich sogar verpflichtet, nicht auf die Quote zu gucken beziehungsweise sich ihr nicht zu unterwerfen!

Ich glaube fest daran, durch den Bildschirm gespürt zu haben, dass Becker und Waschke von irgendeiner höheren Macht (dieselbe, die Waschke auch dazu brachte, vor kurzem im Til-Schweiger-Tatort mitzuspielen …) dazu gezwungen wurden, da mitzuspielen. Deshalb konnten sie ihr schauspielerisches Potenzial auch nicht annähernd ausschöpfen und beschränkten sich auf Geschrei (Becker) und einen einzigen Gesichtsausdruck (Waschke).

Es kann nur besser werden, fällt einem da spontan ein. Aber das ist eben auch nur ein Klischee.

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Ein Kommentar zu “Mission: Impossible

  1. Ich fand es gab schon schlimmere Tatorte, die Szene „mit einem Kollegen auf dem Tisch treibt“ hab ich jetzt nicht mitbekommen da bin ich wohl kurz eingenickt, deswegen ich wohl auch den Schluss nicht ganz verstanden habe, aber es gab schon schlimmere. Aber das ist eben auch nur ein Klischee. 🙂

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