„Grace & Frankie“: Das könnte fast im ZDF laufen

Zugegeben: Die Idee ist ziemlich gut. Da sind diese zwei Ehepaare, seit 40 Jahren verheiratet, Kinder, Karriere, Kohle, alles bestens. Und dann erklären die Männer plötzlich, dass sie ihre Frauen verlassen und wieder heiraten wollen. Und zwar einander.

Und wer dann noch weiß, dass „Friends“-Erfinderin Marta Kaufmann diese Idee hatte, Jane Fonda, Lily Tomlin, Sam Waterston und Martin Sheen die beiden Paare verkörpern und es sich um eine „Netflix Original Series“ handelt – der denkt, dass die neue Serie „Grace & Frankie“ der Knaller ist.

Ist sie aber leider nicht. Denn nach der tollen Idee kommt – nichts mehr. Außer ein paar olle Klischees, eine unwirklich-perfekte Szenerie, ein schwules Paar, dem jede Chemie abgeht und mit Fonda und Tomlin zwei seltsam gestraffte und zurechtgezurrte Titelheldinnen, deren Charaktere so flach wie ihre Gesichter glatt sind. Die dünne Ehefrau, die sich nichts gönnt und sich über den Göttergatten definiert und die ausgeflippte, kiffende New-Age-Tante, die sich in Walla-Walla-Gewänder hüllt, Yoga macht und in den Bauch atmet – das haben wir alles irgendwie schon besser gesehen.

Doof ist auch, dass die unter dem Etikett „Comedy“ laufende Serie sich nicht entscheiden kann. Auf der einen Seite soll das alles total lustig sein, dann wieder nachdenklich. Aber auch wieder nicht so ernst, dass man eine echte Familientragödie daraus machen will. Denn die mark- und welterschütternden Konsequenzen, die eine solche Entscheidung zweier sich liebender Männer, die es mit Mitte 70 wagen, endlich sie selbst zu sein, für ihre Familien und ihr Umfeld bringen würde, interessieren die Macher offensichtlich gar nicht.

Und das Allerschlimmste: Das Timing stimmt nicht. Auch in den wirkliche komischen Momenten, die es durchaus gibt, laufen viele Pointen ins Leere. (FYI: Ich gucke die Serie im Original. Will gar nicht wissen, was mit den Gags in der deutschen Übersetzung passiert …)

Allerdings: June Diane Raphael als Graces krawallige Tochter Brianna und Ethan Embry als Frankies alkoholsüchtiger Sohn Coyote (ja, wirklich) sind fantastisch. Sie zeigen echtes, komische Talent, spielen im Gegensatz zu ihren Kollegen ohne angezogene Handbremse und füllen ihre Rollen mit Leben. Das Spin-Off „Brianna & Coyote“ würde ich mir definitiv angucken …

Die Po-Probleme

„Warum ich so gut drauf bin? So voller Energie? Fragt meinen – Po!“

Meint ihr das wirklich ernst, liebe Schmierenkomödianten von Nivea? Ich würde die straffe Frau in eurer Werbung am liebsten sofort einweisen lassen. Denn wer seinen Arsch für sein Lebensglück verantwortlich macht, der hat mehr als ein Problem…

 

Über mich

Journalistin Der klassische Weg mit kleinen Abstechern: Vor fast 20 Jahren fing alles bei der Heidenheimer Zeitung an. Musikverein, Heavy-Metal-Band und Laientheatergruppe – alles gesehen, über alles geschrieben. In Tübingen und Irland Literatur und Rhetorik studiert und das Theater als Dramaturgie-und Regieassistentin kennengelernt. Danach ging’s in den wilden Osten zur Leipziger Volkszeitung. Dort volontiert und als Redakteurin gearbeitet, bevor Klatsch und Tratsch beim Bauer-Verlag lockten.  Nach der publizistischen Landpartie bei „Liebes Land“ freischaffend, unter anderem für Klett und Klambt. Seit Sommer 2015 Textchefin bei den Klambt Programmzeitschriften, außerdem fegend auf der Kleinenkehrwoche und bei http://www.stilfigur.com in Sachen Mode unterwegs.

Mutter Wenn es nicht so abgedroschen klingen würde, schriebe ich jetzt: „Meine Tochter Marlene ist das Allerbeste, was mir je passiert ist. Sie ist das größte Glück und ich bin jeden Tag dankbar, dass dieses einmalige Wesen in meinem Leben ist. Sie ist frech und wild und wunderbar.“ Stimmt aber alles und deshalb schreibe ich es trotzdem. Ganz zu Schweigen von der intensiven Weiterbildung in Sachen Geduld, Organisation und Pädagogik, die ich allein ihr zu verdanken habe.

Mensch In den Bergen schwindelnde Höhen erklimmen, an den Küsten Irlands das Herz übers Meer schicken, im Theater das Leben spüren, beim Yoga zu sich selbst und in Büchern neue Welten finden. Und mit dem besten Ehemann glücklich sein. Das bin ich.

Wir sind Gott

Tag 13 im Dschungelcamp. Der Tag, an dem Winfried völlig aus dem Rahmen fällt. Er schlägt Larissa , als sie ihre Hand (im Reflex, nach Berührung eines Krokodilfußes) an seinem Hemd abwischt.

Tag 13 im Dschungelcamp. Der Tag, an dem Winfried kleine Mädchen veralbert und vielleicht sogar witzig sein will. Er erzählt Larissa und Gabby, dass die Petroliumleuchten im Camp ferngesteuert seien, von denen vom RTL da. Reaktion Daniel: „Winfried. Wir sind Gott.“

Tag 13 im Dschungelcamp. Der Tag, an dem Winfried erstaunliche Weitsicht beweist, was das Ende dieser doch langsam recht unwürdigen Veranstaltung betrifft. So sagt er über Larissa: „Sie ist die Königin und ich bin dann der Hofnarr.“

Das Ende ist nah. Amen.

 

 

Das wahre Gesicht

Während sich Milliarden Menschen in Deutschland den Kopf darüber zerbrechen, wer im Dschungelcamp nun, nach elf zermürbenden Tagen in der Wildnis, endlich sein wahres Gesicht zeigt, müsste die Frage doch vielmehr lauten: Wer hat überhaupt noch ein wahres Gesicht? Oder wer hat das (zusammen mit seinen ehemaligen Brüsten/seinen ollen Tränensäcken etc.) beim Schönheitschirurgen gelassen?

Antworten kriegen wir nicht, dafür ist Larissa weiter fallsüchtig, Winfried memmenhaft, Jochen besserwisserisch und eine Kakerlake vom rechten Weg abgekommen – und direkt in Jochens Unterhose gewandert. Autsch!

 

 

Ende der Sommerpause

Ho-ho-ho allerseits. Das Kurze-Röcke-Wetter ist nun doch tatsächlich auch in Stuttgart vorbei, der Herbst, der Herbst, der Herbst ist nicht nur da, sondern schon fast wieder weg und Mutti sieht es endlich ein: Die Sommerpause muss auch auf dem Kehrwöchle-Blog vorbei sein. Das ist sie hiermit hochoffiziell und bald könnt Ihr hier wieder Neues, Unerwartetes, Nie-Dagewesenes oder so, lesen…